10.11.2015 10:59 Alter: 2 yrs
Kategorie: Aktuelles

ver.di: Deutsche bei Arbeit weiter gestresst

Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland leiden unter hoher Arbeitsbelastung. 68 Prozent der Befragten im Westen und 77 Prozent der Betroffenen im Osten berichten, dass die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren zugenommen habe. Die Mehrheit der Befragten [77 Prozent] würde es begrüßen, wenn es Regelungen geben würde, die Stress und Belastungen mindern.



Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativumfrage von TNS Infratest unter 540 zufällig ausgewählten Teilnehmerinnen zum Auftakt der Aktionswoche „Gute Arbeit ohne Druck“ der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft [ver.di]. Befragt wurden abhängig Beschäftigte einschließlich Auszubildende sowie Beamtinnen und Beamte zur wachsenden Arbeitsbelastung und Entgrenzung.

Die hohe Arbeitsbelastung führt den Umfrageergebnissen zufolge auch dazu, dass sich mehr als ein Fünftel der Befragten [22 Prozent] durch ihre Arbeitssituation oftmals überfordert fühlt. Ein deutliches Indiz für den zunehmenden Druck ist dabei die so genannte Entgrenzung: Zur Normalität in der Arbeitswelt gehört es mittlerweile, dass die Mehrheit der Beschäftigten für ihre Vorgesetzten immer erreichbar ist – dies berichten 62 Prozent der Befragten im Osten und 57 Prozent im Westen. Die Betroffenen fühlen sich nur unzureichend geschützt und bemängeln, dass in mehr als der Hälfte der Betriebe keine Regelungen existieren, die Stress und Belastungen einzugrenzen helfen.

„Diese Befunde sprechen eine eindeutige Sprache: Die Arbeitsbelastung hat ein Maß erreicht, dass für viele Menschen nicht mehr tragbar ist“, kritisierte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Montag in Berlin. „Die Umfrageergebnisse sind auch ein klarer Handlungsauftrag an Gewerkschaften, Arbeitgeber und die Politik: Wir brauchen dringend verbindliche Regelungen, um die Arbeitsbelastung, Stress und Entgrenzung einzudämmen“, betonte Bsirske.

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