Aktualisierung der Leitmerkmalmethoden

Neue Maßnahmen zur Belastungsreduktion


Im November 2019 wurden die von der BAUA veröffentlichten Leitmerkmalmethoden zur Analyse physischer Belastungen bei der Arbeit überarbeitet und ergänzt. Die drei bisher verwendeten Leitmerkmalmethoden für die Tätigkeitsprofile „Heben, Halten und Tragen [HHT]“, „Ziehen und Schieben [ZS]“ und „Manuelle Arbeiten [MA]“ wurden differenziert, überarbeitet und durch die Leitmerkmalmethoden zu den Tätigkeiten „Körperfortbewegung [KB]“, Körperzwangshaltungen [KH]“ und „Ganzkörperkräfte [GK]“ ergänzt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Tätigkeiten detaillierter, sowie durch Kombination mehrerer Leitmerkmalmethoden zielgerichteter zu analysieren. Dazu wurden die bisher bestehenden Methoden reduziert und spezifiziert und mit Verweisen auf die neuen Leitmerkmalmethoden versehen, um die umfassende Bewertung zu erleichtern.

Die Leitmerkmalmethoden fragen verschiedene Bewegungsmerkmale und -ausprägungen ab, die mit Punktzahlen zu bewerten sind. Die anschließende Aufsummierung, bzw. Multiplikation ergibt eine Gesamtpunktzahl, die die Einstufung eines Risikos zulässt.

Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 5 des Arbeitsschutzgesetzes, der die Beurteilung aller Gefährdungen für die Beschäftigten in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit vorschreibt – konkreter benennt die Lastenhandhabungsverordnung [LasthandhabV § 2], dass jeder Arbeitgeber „manuelle Handhabungen von Lasten, die für die Beschäftigten eine Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit [darstellen,] zu vermeiden hat“.

Um die Anwendung der Leitmerkmalmethoden zu erleichtern, wurde von der IfG GmbH daraus ein digitales Tool entwickelt, das die Anwendung erleichtert und auf einen Blick die Hauptbelastungspunkte der einzelnen Tätigkeiten herausstellt – um dort geeignete Maßnahmen zur Belastungsreduktion anzusetzen.