Auswirkungen der DSGVO

Aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung hat sich auch die Handhabung des Verbandbuches geändert.

Zum Führen eines Verbandbuchs

Wer einen Unfall oder auch nur eine kleine Verletzung während der Arbeit erlitten hat, trug diese bisher in ein Verbandbuch ein. Dies hat den Sinn Verletzungen und Arbeitsunfälle auswerten zu können, um ähnliches in Zukunft zu vermeiden. Auch hat es den Beschäftigten zum Nachweis gedient, dass plötzliche Ereignisse mit physischem oder psychischem Schaden während der beruflichen Tätigkeit stattfand. Weshalb die Berufsgenossenschaften in ihren Vorschriften ein Aufbewahren dieser Unfallnachweise von mindestens fünf Jahren fordern, um auch bei Spätfolgen noch eindeutige Nachweise zu besitzen.

Aber genau diese Aufgabe möglichst detaillierte, personenbezogene Daten zu sammeln und diese möglichst lang aufzubewahren steht der Funktion der neuen europäischen Datenschutzverordnung entgegen. Diese gilt seit Mai 2018 verbindlich für alle europäischen Mitgliedsstaaten und ersetzt bisherige nationale Regelungen, um alle auf ein einheitliches, Niveau zu bringen. Vor allem geändert haben sich Anforderungen zur Transparenz, der Weitergabe von Daten an Dritte, die Datenaufbewahrungszeit auf ein notwendiges Minimum und die Bußgelder bei Missachtung. 

Auch hier gibt es Lösungen wie Unfallanalyse und Datenschutz in Einklang zu bringen sind. Beispielsweise stellen die Berufsgenossenschaften schon seit längerem sogenannte Abreißblöcke zur Verfügung. Der Unterschied zum klassischem Verbandbuch besteht darin, dass man dort nach einem Eintrag die entsprechende Seite einfach herausreißt und an einem Ort zur Aufbewahrung bringt der Personen die nicht mit den Daten umgehen müssen nicht zugänglich ist. Dies kann ein verschlossener Briefkasten oder eine abgeschlossene Schublade im Büro des Vorgesetzten sein. Es ist der neuen Datenschutzverordnung nach sehr wohl erlaubt Daten zu sinnvollen Zwecken zu erheben und zu speichern. Nur muss dabei eben sichergestellt werden, dass die betroffenen Personen darüber informiert sind, keine unbefugten Personen Einsicht haben, die Daten nicht entwendet werden können und eine Vernichtung der Daten nach dem notwendigen Aufbewahrungszeitraum geschieht.

Ebenfalls sieht man vermehrt Softwarelösungen wie ein digitales Verbandbuch z.B. im Intranet einer Firma. Hier sind die Daten nach Eingabe in eine entsprechende Maske weg und nur noch berechtigten Personen zugänglich. Zu beachten ist, dass bei dieser Variante alle betroffenen Personen leichten Zugang zum elektronisch geführten Verbandbuch haben.

Wie man es auch löst, die Tatsache, dass die Berufsgenossenschaften das klassische Verbandbuch aus ihrem Bestellkatalog nehmen ist ein starker Indikator dafür dass dessen Zeit vorüber ist.