Gesetzlich unfallversichert im Home-Office | Die Flexibilität hat ihre Grenzen

Den Arbeitsalltag von den eigenen vier Wänden aus gestalten und sich Fahrzeit, Wetterbedingungen sowie Benzinkosten ersparen? Davon träumen rund ein Drittel aller Arbeitnehmer und rund 10 Prozent gehen dem Arbeitsmodell Home-Office - zumindest gelegentlich - nach.

So schön wie es sich auch anhören mag, sobald während der Arbeitszeit etwas in den eigenen vier Wänden passiert, ist die Haftungsfrage oft problematisch? Wann ist ein Unfall auch wirklich ein Arbeitsunfall?

Um die Haftung bestimmen zu können, muss man zwischen Wohn- und Arbeitsplatz unterscheiden und eine Trennung klar definieren. Wenn man bei schönem Wetter seinen Arbeitsplatz auf den heimischen Balkon oder die Terrasse verlegt, ist der Arbeitnehmer dort während seiner Telearbeit versichert. Sollte ihm jedoch auf dem Weg der Verlegung des Arbeitsplatzes dorthin etwas passieren, fällt dies unter die Gefahren der Privatwohnung. So greift bei einer Verletzung z.B. durch Stolpern kein Schutz durch die Berufsgenossenschaft.

Bei der Arbeit im Home-Office gelten die gleichen Arbeitsschutzvorgaben, als würde die Tätigkeit im betrieblichen Büro ausgeübt werden. Verteilt sich die Arbeit daheim über mehrere Zimmer [z. B. in einem Büro befindet sich der Laptop, in einem weiteren steht der benötigte Drucker] so sind alle arbeitsbezogenen Tätigkeiten versichert. Der Weg zwischen den Räumen ist ebenfalls versichert.

Was jedoch keinen Versicherungsschutz beinhaltet, ist der Weg zur Toilette in den eigenen vier Wänden oder der Gang zur Stärkung in die heimische Küche. Diese Wege sind für die Ausübung einer versicherten Beschäftigung nicht notwendig, sondern betreffen den persönlichen Lebensbereich.

Sollte jedoch - geplant oder kurzfristig - eine Besprechung im Betrieb angesetzt sein, dann tritt mit Durchschreiten der äußeren Haustür der Versicherungsschutz in Kraft. Was der Arbeitnehmer jedoch bedenken sollte ist, falls er für private Erledigungen die Arbeit unterbricht, so ist die gesetzliche Unfallversicherung für diesen Zeitraum ebenfalls unterbrochen.