Home-Office und mobiles Arbeiten

Teil III unserer Reihe "Arbeiten am Bildschirm"

Der Wandel der Arbeitswelt sowie die neuen Informationstechniken führen zu neuen Arbeitsformen. Beispielsweise Home-Office [auch Telearbeit genannt] und mobiles Arbeiten erleben einen Aufschwung. Folglich erledigen immer mehr Beschäftigte ihren Job von zu Hause. Diese Arbeitsformen seien der zeitgemäße Schlüssel, um Pendler und berufstätige Eltern zu entlasten, die Lebenszeit flexibel, produktiv und beglückend zu nutzen sowie Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Im Jahr 2018 arbeiteten rund 38 % aller abhängigen Beschäftigten regelmäßig oder zumindest in Ausnahmefällen von zu Hause, das sind noch einmal 8 % mehr binnen eines Jahres. Diese Quote wird in der Zukunft voraussichtlich immer weiter ansteigen.

Beim mobilen Arbeiten erledigen die Mitarbeitenden ihre Arbeit an beliebigen Orten, wie beispielsweise bei Kunden, auf Dienstreisen, im Hotel oder in der Bahn und benötigen dadurch keinen festen Arbeitsplatz im Unternehmen.

Unter Telearbeit hingegen versteht man eine durch Informations- und Kommunikationstechnik unterstützte Tätigkeit. Diese wird ausschließlich oder zeitweise außerhalb der zentralen Betriebsstätte ausgeübt, wobei der Arbeitsplatz durch elektronische Kommunikationsmittel mit der betrieblichen Arbeitsstätte vernetzt ist. Telearbeit wird zudem in der Arbeitsstättenverordnung [§ 2 Abs. 7 ArbStättV] definiert. Gemäß der ArbStättV ist ein Telearbeitsplatz erst dann vollständig vom Arbeitgeber eingerichtet, wenn die Bedingungen der Telearbeit arbeitsvertraglich oder in einer Vereinbarung festgelegt, die benötigte Ausstattung bereitgestellt und durch eine offizielle Person im Privatbereich des Beschäftigten installiert wurde. Ferner unterscheidet man bei der Telearbeit folgende Arbeitsformen: Teleheimarbeit und alternierende Telearbeit. Bei der Teleheimarbeit wird die gesamte Arbeit in der privaten Wohnung als Heimarbeit erbracht. Im Gegensatz dazu erledigen die Arbeitnehmenden bei der alternierenden Telearbeit ihre beruflichen Aufgaben abwechselnd von zu Hause und vom Unternehmen aus.

Dennoch gelten genau wie bei einem normalen Bildschirmarbeitsplatz auch für beide Formen der Telearbeitsplätze verschiedene Anforderungen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Für diese Arbeitsform sind vor allem drei rechtliche Aspekte aus der ArbStättV zu beachten. Zuerst müssen beim Einrichten und Betreiben der Arbeitsstätten die potentiellen und realen Gefährdungen durch den Arbeitgeber ermittelt werden. Hierzu ist die Vor-Ort-Einsichtnahme durch den Arbeitgeber nicht zwingend notwendig, jedoch müssen die erforderlichen Daten vorliegen. Aufgrund dessen haben die Beschäftigten die Möglichkeit, die Datenerhebung selbst in Form von Bilderdokumentationen oder Ausfüllen von Checklisten vorzunehmen. Dabei können ggf. Betriebsärzte, Büroplaner oder Personalabteilung sowie Informationsunterlagen zur Hilfestellung zur Verfügung gestellt werden. Im Anschluss daran führt der Vorgesetzte bzw. die Fachkraft für Arbeitssicherheit die Beurteilung anhand dieser gewonnenen Daten durch. Anders als bei anderen Arbeitsplätzen ist in diesem Fall nur eine Gefährdungsbeurteilung Pflicht. Anschließend reicht eine schriftliche Versicherung des Arbeitnehmers, dass nichts am Arbeitsplatz verändert wurde, aus. Des Weiteren müssen die Beschäftigten unterwiesen werden [§ 6 ArbStättV]. Ziel dieser Unterweisungen ist es, die Beschäftigten für die Themen Gesundheit und Ergonomie zu sensibilisieren. Damit sollen sie von sich aus bestrebt sein, den Telearbeitsplatz ergonomisch einzurichten und bei der Arbeit auf Aspekte der Ergonomie und Gesundheit zu achten. Zusätzlich sind die Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen [Anhang 6, ArbStättV] sowie die DGUV-Regel 115-401 „Branche Büroarbeit“ und die damit verbundene ergonomische und sicherheitsgerechte Ausstattung der Arbeitsplätze zu berücksichtigen [Siehe Artikel klassischer Bildschirmarbeitsplatz].