Klein- und Kleinstunternehmen: Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Aus verschiedenen Gründen besteht in den europäischen Klein- und Kleinstunternehmen [KKU] ein höheres Risiko für Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme als in größeren Betrieben.

Um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz in diesen Unternehmen zu verbessern, hat die EU-OSHA ein Projekt in die Wege geleitet, in dessen Rahmen die für den Erfolg der einschlägigen politischen Maßnahmen, Strategien und praktischen Lösungen ausschlaggebenden Faktoren ermittelt werden sollten. Denn: KKU machen nahezu 99 % der europäischen Unternehmen aus, beschäftigen fast die Hälfte der europäischen Arbeitskräfte und leisten damit einen erheblichen Beitrag zur europäischen Wirtschaft. Ein bedeutender Teil dieser Unternehmen hat keine angemessenen Vorkehrungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit getroffen, sodass ihre Beschäftigten diesbezüglich oft kaum geschützt sind.

Die Direktorin der EU-OSHA Dr. Christa Sedlatschek erklärte dazu: „Unsere ESENER-2-Studie hat gezeigt, dass KKU im Hinblick auf die Vorkehrungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit hinter den größeren Unternehmen zurückbleiben: 30 % der Kleinstunternehmen führen keine regelmäßigen Gefährdungsbeurteilungen durch, während dieser Anteil bei den Betrieben mit mindestens 250 Mitarbeitern bei nur 3 % liegt. Darüber hinaus sind mehr als 80 % der KKU, die keine Gefährdungsbeurteilungen vornehmen, der Auffassung, dass ‚die Risiken und Gefahren bereits bekannt sind‘ oder ‚dass es keine größeren Probleme gibt‘.“

Warum stellt das betriebliche Sicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement für diese Unternehmen eine so große Herausforderung dar? In dem Bericht werden mehrere Faktoren genannt, darunter die Tatsache, dass KKU nur zu geringen Investitionen in die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit erforderliche Infrastruktur in der Lage sind, die begrenzten Kenntnisse der geschäftsführenden Inhaber über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie die einschlägigen rechtlichen Vorgaben, ihre eingeschränkte Fähigkeit zu einem systematischen Vorgehen sowie ihre Einstellungen und Prioritäten, in denen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit aufgrund der begrenzten verfügbaren Ressourcen und der Sorge um das wirtschaftliche Überleben der Betriebe eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Ergebnisse offenbaren zudem erhebliche Wissenslücken im Hinblick auf die Wirksamkeit der Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes in KKU. In den nächsten zwei Jahren werden weitere Ergebnisse dieses Projekts veröffentlicht, wobei die Schwerpunkte auf den politischen Maßnahmen, Strategien und praktischen Lösungen liegen werden, die eine erfolgreiche Verbesserung der Vorkehrungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz in KKU ermöglichen.

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