Modernes Büro

Teil II unserer Reihe "Arbeiten am Bildschirm"

Durch den Wandel der Zeit und die damit verbundene Digitalisierung verändern sich die klassischen Bildschirmarbeitsplätze, die in der Newsletter-Reihe – Teil 1 beschrieben wurden, immer häufiger zu modernen Büros. Es geht weg von fest etablierten Arbeitsplätzen für jeden einzelnen Mitarbeitenden hin zu open space, think tanks sowie desk sharing – ganz nach dem Motto „Arbeiten 4.0“.
Dieser Artikel aus der Newsletter-Reihe „Bildschirmarbeitsplatz“ zeigt einige positive aber auch negative Aspekte eines modernen Büros auf.

open space

Bei einem offenen Großraumbüro „open space“ handelt es sich um ein großes Büro ohne Wände, in dem sich mehrere Arbeitsplätze befinden. Da in diesen Fällen nicht nur die Bereiche an den Fassaden genutzt werden, sondern das Rauminnere ebenfalls als funktionelles Element [z.B. in Form von „think tanks“] verwendet wird, bietet diese Form der Büros eine gute und große Flächennutzung mit Freiräumen für Sonderflächen an. Dennoch kann diese ideale Raumnutzung, bei der jeder freie Platz genutzt werden kann, auch zu verschiedenen Nachteilen führen. Die Gefahr einer nicht ausreichenden/fehlerhaften Beleuchtung jedes Arbeitsplatzes steigt an, was wiederum in Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Nervosität und Ermüdungserscheinungen bei den Mitarbeitenden münden kann. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko von Blendungen [Reflexblendung und Direktblendung], die die Sehleistung und den Sehkomfort beeinträchtigen und folglich zu einer erhöhten Fehlerquote, einer frühzeitigen Ermüdung sowie einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Augen führen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass durch den open space-Charakter häufig nur eine geringe Intimität bzw. Privatsphäre besteht und deshalb oft kein idealer Umgang mit sensiblen Daten sowie Gesprächen und dem damit einhergehenden Datenschutz gewährleistet werden kann. Zudem kommt es durch die hohe Anzahl an Mitarbeitenden und dem größeren Parteiverkehr häufiger zu visuellen und akustischen Belastungen, die u. a. wiederum die Resilienz- und Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. Aufgrund der vielen Mitarbeitenden und der damit verbundenen Absprachen und Auseinandersetzungen untereinander, steigert sich ebenfalls das Konfliktpotential. Hinzu kommt, dass das entstehende hohe Geräuschaufkommen die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und Stress erzeugt. Daraus resultiert ein höherer Zeitbedarf sowie eine höhere Fehlerhäufigkeit, die längerfristig zu einem höherem Erholungsbedarf führen. Ferner kann in den offenen Großraumbüros das Gefühl entstehen, ständig beobachtet oder kontrolliert zu werden. Weiterhin trauen sich einige Menschen in offenen Büros aufgrund von Mithörern oder der Tatsache, dass sie selbst nicht als Lärmquelle agieren wollen, nicht zu sprechen oder zu telefonieren. Infolgedessen entwickeln sich häufig psychische Belastungen.

think tanks

Neben diesen open space Varianten spielen in den modernen Büros 4.0 die bereits erwähnten think tanks eine wichtige Rolle. Die sogenannten Denkerzellen sind Rückzugsorte, die sich innerhalb des offenen Raumsystems befinden und die schnell auf- und wieder abgebaut werden können. Hierdurch entfällt die Raumsuche bei Besprechungen. Die Zellen sind vom Lärm abgeschottet und eine Verklebung der Scheiben kann für mehr Privatsphäre sorgen. Jedoch ziehen die think tanks auch Nachteile mit sich. Es sind beispielsweise keine „natürlichen“ Luft- oder Lichtquellen vorhanden. Außerdem sind think tanks meist auf kleinere Gruppengrößen begrenzt. Wenn kein Sichtschutz integriert ist, können sich die Mitarbeitenden innerhalb der think tanks außerdem „zur Show gestellt“ und somit unwohl fühlen.

desk sharing

Ein weiteres modernes Bürokonzept ist das „desk sharing“. Unter desk sharing versteht man einen einheitlichen und bei Verfügbarkeit frei nutzbaren Arbeitsplatz. Ein solcher Arbeitsplatz kann also zu Arbeitsbeginn von jedem/jeder Mitarbeiter/in frei benutzt werden. Dabei bilden das „clean desk“-Prinzip, höhenverstellbare Schreibtische sowie kabellose Geräte [Maus, Tastatur und Headset] die Grundvoraussetzung. Der Vorteil dieser Arbeitsplatzeinteilung besteht darin, dass das Unternehmen nicht für jede_n Mitarbeiter_in einen eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen muss. Daneben fördert dies den sozialen Kontakt zwischen mehreren Kollegen, der wiederum zu einem verbreiterten Wissensmanagement im direkten wechselnden Arbeitsumfeld beiträgt. Dennoch erfordert vor allem der clean desk einen organisatorischen Mehraufwand zu Arbeitsbeginn und -ende. Zugleich ist die Mitnahme persönlicher Gegenstände umständlicher. Zuletzt gilt es auch zu beachten, dass keine festen individuellen Telefondurchwahlen möglich sind und die Notfallorganisation [bezüglich Ersthelfer und Brandschutzbeauftragte] in großen Unternehmen somit unübersichtlicher wird.

Gerne beraten wir Sie in der optimalen Raumnutzung und Bürogestaltung.