Neue Arbeitsstättenrichtlinie regelt Lärm in Arbeitsräumen

[ASR A3.7]

Der Ausschuss für Arbeitsstätten hat eine neue Arbeitsstättenrichtlinie mit Ziel der Reduzierung des Schalldruckpegels in Arbeitsräumen erlassen. Sie befasst sich insbesondere mit Schalldruckpegeln unter 80 dB[A] und kann somit als Ergänzung zur „Lärm- und Vibrationsschutzverordnung“ angesehen werden. Die neue Arbeitsstättenrichtlinie ist für alle Arbeitsplätze in Gebäuden anzuwenden und muss dementsprechend ausführlich in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Im Folgenden erklären wir, wie diese Umsetzung aussehen kann.

Hinweise zur Umsetzung:

Die Arbeitsstättenrichtlinie fordert eine Zuordnung aller Tätigkeiten in eine von drei Tätigkeitskategorien. Es wird in folgende Tätigkeitskategorien unterschieden:

 

Tätigkeitskategorie I
Hohe Konzentration oder hohe Sprachverständlichkeit [≤ 55 dB(A)]:
Tätigkeiten, die eine andauernd hohe Konzentration erfordern.

z.B. Treffen von Entscheidungen mit hoher Tragweite; Wissensvermittlung, ärztliche Untersuchungen; Konzeptionelle Arbeiten, Besprechungen



Tätigkeitskategorie II
Mittlere Konzentration oder mittlere Sprachverständlichkeit [≤ 70 dB(A)]:
Tätigkeiten, die eine mittlere bzw. nicht andauernd hohe Konzentration erfordern.

z.B. allgemeine Bürotätigkeiten und vergleichbare Tätigkeiten in der Produktion, Bedienen von Kunden, Steuerung- und Überwachungstätigkeiten (Schaltwarte)
 

Tätigkeitskategorie III
Geringere Konzentration oder geringere Sprachverständlichkeit [ - ]:
Tätigkeiten, die eine geringere Konzentration infolge überwiegend vorgegebener Arbeitsabläufe mit hohen Routineanteilen erfordern.

z.B. einfache Montagearbeiten; handwerkliche Tätigkeiten (Fertigung, Installation); Tätigkeiten an Fertigungsmaschinen

Achtung: Gehörschutzpflicht ab 85 dB(A)

In den einzelnen Räumen sollten bestenfalls nur Tätigkeiten, die der gleichen Tätigkeitskategorie angehören, durchgeführt werden. Sollte dies nicht möglich sein, ist die jeweils niedrigere Kategorie mit Ihren jeweiligen Schutzanforderungen anzuwenden.
Es empfiehlt sich ein Lärmkataster zu erstellen. Hier wird hinterlegt, welcher Raum welche Tätigkeitskategorie erfüllt. Außerdem wird im Lärmkataster verglichen, welche Tätigkeiten im Raum durchgeführt werden.

Anschließend muss überprüft werden ob Raum und Tätigkeiten die akustischen Anforderungen erfüllen. Die Überprüfung kann in Form von Begehungen und stichprobenartigen Messungen stattfinden. Bei auftretenden Auffälligkeiten muss entschieden werden, ob noch aussagekräftigere Messungen durchgeführt werden sollen, oder ob die Umsetzung weiterer notwendig ist.

Wir helfen Ihnen bei der Umsetzung! Kontaktieren Sie uns gerne.

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