Präventionsgesetz

Unterstützung der betrieblichen Gesundheitsförderung durch Krankenkassen

Das im Jahre 2015 verabschiedete Präventionsgesetz soll die Zusammenarbeit verschiedener Akteure [Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen] zu den Themenfeldern Prävention und Gesundheitsförderung verbessern. Anlass ist die Erkenntnis, dass das aktuelle Krankheitsgeschehen durch Präventionsmaßnahmen positiv beeinflusst werden kann.

Entsprechende Aktivitäten sollen in verschiedenen Settings gefördert werden. Hierunter zählt auch das Setting Arbeitswelt und damit Maßnahmen im Sinne der betrieblichen Gesundheitsförderung [BGF].

Im Rahmen dieses Gesetzes wurde festgelegt, dass die Krankenkassen mind. 2€ je Versicherten in die betriebliche Gesundheitsförderung investieren müssen. Somit soll neben dem gesetzlich geforderten Arbeitsschutz [AS] auch der Gesundheitsschutz einen höheren Stellenwert in Unternehmen erhalten.
Welche Leistungen im Rahmen des Präventionsgesetzes erbracht werden können, werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung [GKV] im Leitfaden Prävention festgelegt und beschrieben.

Von der GKV unterstütze Maßnahmen

  • gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung
  • gesundheitsgerechte Führung
  • Stressbewältigung
  • Bewegungsförderung
  • Gesunde Ernährung
  • Suchtprävention und -beratung
  • [vgl. GKV-Leitfaden 2017, S. 99-113]

Unsere Empfehlung

Um die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung möglichst zielführend gestalten zu können, ist es sinnvoll die Angebote auf die spezifischen Bedarfe eines Betriebes auszurichten. Als Grundlage hierfür dienen Daten aus dem Arbeitsschutz, wie Fehlzeitenstatistiken, Gefährdungsbeurteilungen, Erhebungen zur betriebsärztlichen Tätigkeit oder anonymisierte BEM-Fälle.

Daran wird deutlich, dass BGF und AS eng miteinander verknüpft sind. Eine weitere Stärkung des Zusammenhangs zeigt sich durch zahlreiche inhaltliche Aspekte des Präventionsgesetzes.

Unter anderem soll die Organisation der BGF nach Möglichkeit strukturiert erfolgen. Um dies zu gewährleisten, wird die Einrichtung eines internen Gremiums empfohlen. Auf Grund der engen inhaltlichen wie personellen Verknüpfung von BGF uns AS, ist es in der Regel sinnvoll auf bestehende Strukturen wie z.B. den Arbeitsschutzausschuss, zurückzugreifen.

Unseren Kunden empfehlen wir auf uns zuzukommen um gemeinsam zu überlegen, wie wir mit der Krankenkasse in Kontakt treten können und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Alle anderen Unternehmen können mehr Informationen unter https://www.bgf-koordinierungsstelle.de erhalten.

Unternehmen können auf verschiedenen Ebenen von der gesetzlichen Neuerung profitieren. Die Unterstützung seitens der GKV reicht von der Finanzierung gesundheitsförderlicher Projekte in Gänze oder in Teilen bis hin zur eigenen Realisierung dieser. Dabei können die Projekte unterschiedlicher Natur sein: reine Bedarfsanalyse im Sinne einer Mitarbeiterbefragung oder Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, Gesundheitstage oder Seminare sowie Evaluation von diversen Projekten.