UV -Strahlung - Neue arbeitsmedizinische Regel tritt in Kraft

Wichtige Informationen für Arbeitgeber

Der Arbeitsgeber hat nun auch bei Belastungen, die durch UV-Strahlung hervorgerufen werden, eine Angebotsvorsorge anzubieten.

Obwohl Erkrankungen der Haut durch natürliche UV-Strahlung bereits seit 2015 in der Berufskrankheiten-Verordnung geführt sind und in der Branche der Verkehrsunternehmen sogar Platz 3 der häufigsten Berufskrankheiten belegen, gab es dazu noch keine Vorsorgeanlässe.

Das hat sich jetzt am 12.07.2019 geändert – denn nun sind auch „Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag. […]“ im Anhang der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) mitaufgelistet.

Was heißt das also konkret?

Der Ausschuss für Arbeitsmedizin gibt in seinen Arbeitsmedizinischen Regeln konkrete Anweisungen zu der jeweiligen Verordnung. So ist der Arbeitgeber ab jetzt verpflichtet, arbeitsbedingte Gefährdungen zu ermitteln, zu bewerten und Schutzmaßnahmen abzuleiten, um die Belastung durch natürliche UV-Strahlung möglichst gering zu halten. Das kann zum Beispiel eine Verlagerung der Arbeitszeit sein, aber auch ein Sonnensegel oder textile Schutzkleidung. Außerdem muss der Arbeitgeber seinen Beschäftigten, die regelmäßig mehr als eine Stunde am Tag intensiver natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt sind, eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten.

Diese neue Verordnung hat aber nicht nur Konsequenzen für die Arbeitgeber, sondern auch für die Betriebsärzte und -ärztinnen.

Sie müssen zum einen nämlich die Arbeitgeber beraten, welche Maßnahmen sich am besten eignen, die Belastung durch UV-Strahlung zu reduzieren und zum anderen die Vorsorge bei den betroffenen Beschäftigten anbieten können.  Allerdings können nur wenige Betriebsärzte und -ärztinnen diese Untersuchung anbieten, da die entsprechende Zusatzausbildung fehlt.

Einige Mediziner haben sich deswegen bereits mit Fachkollegen und -kolleginnen zusammengeschlossen, oder sind mit Kliniken in Kontakt getreten, um die Vorsorge gewährleisten zu können und es wird in der Zukunft sicherlich notwendig sein, noch mehr externe Hautärzte und -ärztinnen hinzuziehen, damit die Anforderungen der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) bestmöglich für alle Beteiligten erfüllt werden können.