Veröffentlichung der ISO 45001 wurde verschoben: Warum es trotzdem sinnvoll ist, sich bereits jetzt mit der Norm auseinanderzusetzen.

Die Norm für Arbeits- und Gesundheitsschutz ISO 45001 soll Ende 2017 veröffentlicht werden. Trotzdem ist es bereits jetzt sinnvoll sich mit den Änderungen der Norm auseinanderzusetzen, denn große Änderungen gegenüber des zuletzt eingereichten Entwurfs werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr umgesetzt.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz, einschließlich der Förderung von Gesundheit in Unternehmen und Organisationen wird u. a. aufgrund des Demographischen Wandels, dem Fach- und Führungskräftemangel, der digitalen Vernetzung in Produktion und Dienstleistung neuer Technologien [Nanotechnologien] sowie Beschleunigung der Arbeits- und Freizeitwelt immer wichtiger.

Die effektivste Form, Themen in Organisationen zu managen, ist das Implementieren, regelmäßige Auditieren und ständige Verbessern [KVP] von zuvor definierten Aufbaustrukturen und Prozessen, in Form von Managementsystemen. Dies gilt für Qualität, Umwelt und Energie ebenso, wie für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit.

Die Norm für Arbeits- und Gesundheitsschutz ISO 45001 soll Ende 2017 veröffentlicht werden. Trotzdem ist es bereits jetzt sinnvoll sich mit den Änderungen der Norm auseinanderzusetzen, denn große Änderungen gegenüber des zuletzt eingereichten Entwurfs werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr umgesetzt.

Die wesentlichen Änderungen in der Praxis:

  • Neue Struktur - High Level Structure: Die Verwendung des einheitlichen Standards fördert das einheitliche Verständnis für die Normen und deren Anforderungen. Außerdem erleichtert die Struktur Arbeitsschutzmanagementsysteme in andere bestehende Systeme zu integrieren [z. B. Qualität oder Umwelt] und dadurch zu einem integrierten Managementsystem zu verbinden
  • Systematische Betrachtung von Risiken: Das Identifizieren und Analysieren von potenziellen Gefährdungen sowie das damit verbundene Bewerten von Risiken steht im Mittelpunkt der ISO 45001.
  • Verbesserung des prozessorientierten Ansatzes: Vorwiegend in Industrie- und Schwellenländern nimmt die Betrachtung der gesamten Wertschöpfung an Bedeutung zu. Daher werden sowohl interne als auch externe Faktoren betrachtet.
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz: Die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen werden erfüllt und deutliche Schnittstellen zwischen traditionellem Arbeitsschutz und betrieblichem Gesundheitsmanagement bestehen.
  • Kontext der Organisation: Stakeholder, externe Faktoren und auch interne Faktoren [wie z. B. Unternehmenskultur] müssen verstanden und berücksichtigt werden, wenn sie einen Einfluss auf die Fähigkeit und die Erreichung der Ziele haben.
  • Stärkere Verantwortung des Top-Managements: Gesundheit und Sicherheit sollen zentrale Punkte der gesamten Norm werden, was ein solides Engagement des Top Managements verlangt.
  • Ergänzungen zur Arbeitsnehmerbeteiligung

Umstellung von der OHSAS 18001 auf die ISO 45001

Unternehmen, die die Zertifizierung nach 45001 anstreben, aber bereits ein zertifiziertes System nach BS OHSAS 18001 vorweisen können, sollten ihre Prozesse und Aufbaustrukturen noch einmal überprüfen und mögliche „Lücken“ schließen. Nur dann kann eine erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 45001 gewährleistet werden. Nach Inkrafttreten der ISO 45001 werden die internationalen und nationalen Akkreditierungsstellen, nach vorhergehender Abstimmung, das Außerkrafttreten der BS OHSAS 18001 beschließen. Eine Übergangsfrist wird hierbei sicherlich berücksichtigt, um einen reibungslosen Umstieg zu ermöglichen.

Weitere Informationen zur ISO 45001

Informationen zur ISO 45001 und DIN SPEC 91020 erhalten Sie auch in unserem Seminarkalender

Informationsseminar zur ISO 45001: 25.10.2016 Leipzig | 26.10.2016 Sulzbach-Rosenberg

Ausbildung zum Internen Auditor nach ISO 45001: 26.10. – 27.10.2016 Sulzbach-Rosenberg