Delta31®

Das Verfahren Delta31® stellt ein komplettes Konzept für eine Gefährdungsbeurteilung von der Entscheidung, über die Planung bis zur Umsetzung und Maßnahmenverfolgung dar. Die Erhebung erfolgt im Screening-Verfahren mittels zweier Checklisten: für Führungskräfte [FK-31] und für Beschäftigte [MA-31]. Es ist rechtskonform, GDA-konform und leicht anzuwenden. Zudem ist es beteiligungsorientiert und bezieht die Führungskräfte aktiv mit ein. Es zielt darauf ab, Betriebe zu befähigen, die Ermittlung eigenverantwortlich voranzutreiben. Hierfür wurde z.B. ein umfangreicher kommunikativer Werkzeugkoffer entwickelt.

Die Gefährdungsermittlung mit Delta31®

Delta31® stellt zwei Instrumente zur Ermittlung bereit: die Checkliste für Führungskräfte [FK-31] und die Checkliste für Mitarbeiter [MA-31]. Diese Instrumente können [müssen aber nicht] zur Absicherung von Befunden kombiniert werden. Sie stellen gewissermaßen zwei Spiegel ein und derselben Arbeitssituation dar und können miteinander verglichen werden. Beide sind bewusst kurz gehalten und konzentrieren sich jeweils auf 31 relevante situative Kriterien [sog. Markeritems].

Checkliste für Führungskräfte [FK-31]

  • Beschreibung von Tätigkeiten im eigenen Führungsbereich mittels 31 relevanter Kriterien
  • Datenerhebung, Auswertung und Befunderstellung

Checkliste für Mitarbeitende [MA-31]

  • Beschreibung der eigenen Tätigkeit mittels 31 relevanter Kriterien [deckungsgleich mit FK-31]
  • alleinig angewandt bereits rechtskonform nach ArbSchG
  • Datenerhebung, Auswertung und Befunderstellung

In den MA-31 sind mit Hilfe von Smileys auch subjektive Bewertungen dieser Arbeitsmerkmale integriert worden. Denn: gleiche Belastungen erzeugen nicht zwingend gleiche Reaktionen. Diese Bewertungen werden später noch zur Beurteilung der psychischen Belastungen herangezogen.

Die Risikobeurteilung mit Delta31®

Nicht alle ermittelten Belastungen erzeugen zugleich Risiken für die psychische Gesundheit der Mitarbeiter/ innen. Daher ist es wichtig, dass die Wirkung vorhandener Arbeitssituationen durch die Mitarbeitenden beurteilt wird, um Auffälligkeiten zu entdecken. Auffälligkeiten sind bei Delta31® gekennzeichnet durch:

  • Abweichungen in den Zustandsbeschreibungen nach unten [Risikopotential i.S. eines DELTA vom Normzustand]
  • tatsächliche [negative] Wirkungen auf die Beschäftigten
  • deutliche Wahrnehmungsdifferenzen [DELTA] zwischen der Einschätzung durch Führungskräfte und Mitarbeitende

Beispiel

Die Abbildung zeigt einen Auszug aus einem Auswertungsbericht. Die Zahlen geben an, wie häufig eine Antwort von den Mitarbeitenden gegeben wurde. Die Häufigkeitsdarstellung hat Vorteile gegenüber der sonst üblichen Mittelwert-Darstellung. Mit ihr kann einerseits die Anonymität sichergestellt werden, andererseits ist auch unmittelbar nachvollziehbar, wie sich die Einschätzungen verteilen. Die gelbe Umrandung kennzeichnet die Einschätzung der Führungskraft. Das Kriterium mehrfach auffällig:

  1. Ein Drittel [N=4] der Gruppe stimmt der Aussage „eher nicht“ oder „gar nicht“ zu.
  2. Knapp die Hälfte [N=5] der Gruppenmitglieder fühlen sich durch die Ausprägung des Kriteriums zudem tatsächlich beeinträchtigt.
  3. Es besteht ein signifikanter Wahrnehmungsunterschied [> 1 Skalenpunkt] zwischen den Mitarbeitenden in der Gruppe und deren Führungskraft [gelbe Markierung] bezgl. des Kriteriums.

Das Kriterium zeigt also Kommunikationsbedarf, ggf. auch Handlungsbedarf an!

Dokumentation und Maßnahmenplanung mit Delta31®

Nach der Beurteilung der Risiken kommt es darauf an, gemeinsam wirksame Maßnahmen zur Risikoreduzierung festzulegen. Das geht am besten, wenn man miteinander ins Gespräch kommt. Deshalb endet das Verfahren Delta31® ganz bewusst nicht bei der Beurteilung der Gefährdungen. Diese sind lediglich der Anlass, eine Diskussion zur Verbesserung der Situation anzustrengen. Unterschiedliche Wahrnehmungen bergen manchmal Konfliktstoff zwischen den Beteiligten. Wir unterstützen deshalb hier mit der Moderation entsprechender Workshops und bereiten die Ergebnisse auf. Für die eigene Nachbearbeitung haben wir einen kommunikativen Werkzeugkoffer für Führungskräfte entwickelt. Orientiert an den 31 Kriterien erhalten Führungskräfte und Beschäftigte Leitfragen und konkrete und verbindliche Handlungshilfen und Beispiele zur Entwicklung von Lösungen. So kann die Führungskraft in Verbindung mit dem Auswertungsbericht souverän in die Diskussion oder Workshops mit ihren Mitarbeiter/ innen gehen.

Ebenfalls denkbar ist das vorhergehende Coaching der Führungskräfte durch unsere speziell geschulten Berater/ innen oder die neutrale Durchführung von Workshops durch uns.