Überblick zu Norm DIN ISO 45001

DIN ISO 45001

Die Norm ISO 45001 [„Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“] verfolgt das Ziel, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit effektiv in die Unternehmenspraxis zu integrieren. Eine ISO 45001 Zertifizierung schafft nicht nur Vertrauen und Anerkennung. Die damit einhergehenden sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsplätze steigern außerdem auch die Leistung und somit den Erfolg der Organisation. Wir helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung eines Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit [kurz SGAMS] nach ISO 45001 und möchten Ihnen hier einen Überblick zur Norm geben.

Vorteile eines SGAMS nach DIN ISO 45001

  • Vermeidung von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen
  • Sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsplätze steigern die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter
  • Reduzieren der Fehlzeiten von Mitarbeitern und somit Reduzierung der durch Betriebsunterbrechungen entstandenen Kosten
  • Sicherstellung der Rechtskonformität
  • Ein Zertifikat nach ISO 45001 schafft Wettbewerbsvorteile durch Vertrauen und internationale Anerkennung

Ein Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nach der Norm DIN ISO 45001 ist für jedes Unternehmen – ganz unabhängig von der Größe des Unternehmens - von Vorteil.

Die Umstellung von OHSAS 18001 zu ISO 45001

Nachdem die neue Norm ISO 45001 („Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“) im März 2018 in englischer Fassung veröffentlicht wurde, liegt sie seit Mai 2018 auch in deutscher Fassung vor. Die Norm DIN ISO 45001 soll den bisher meist verwendeten Standard BS OHSAS 18001 mit einer Frist von 3 Jahren ablösen. Für Organisationen, die bereits nach BS OHSAS 18001 zertifiziert wurden, gilt folgendes: Die Zertifizierung ist noch bis März 2021 gültig. Um eine neue Zertifizierung nach der Norm ISO 45001 zu erlangen, sollten Organisationen ihre Prozesse und Aufbaustrukturen im Hinblick auf die neuen Anforderungen der Norm prüfen und eventuell vorhandene „Lücken“ schließen.
Wir bieten ein umfassendes Leistungsportfolio zur DIN ISO 45001 an und helfen gerne bei der Vorbereitung auf die Zertifizierung nach ISO 45001.

Erhalten Sie hier einen Überblick über unser gesamtes Leistungsportfolio zur DIN ISO 45001.

Aufbau der Norm DIN ISO 45001

Im Gegensatz zur Vorgänger-Norm BS OHSAS 18001 entspricht der grundlegende Aufbau der Norm DIN ISO 45001 der High Level Structure [HLS]. Die High Level Structure ist ein Leitfaden für eine übergeordnete Struktur und einheitliche Anforderungen an verschiedene Managementsysteme. Auf diese Weise wird es Organisationen erleichtert, ein bereits bestehendes Managementsystem anzupassen oder zu erweitern. So wird der Aufwand bei der Implementierung und Aufrechterhaltung weiterer Managementnormen erheblich reduziert.

Neben der Klärung des Anwendungsbereichs und der Definition wichtiger Begriffe orientiert sich die Norm DIN ISO 45001 inhaltlich an der Vorgänger-Norm OHSAS 18001 – setzt aber dennoch neue Akzente. Neu sind unter anderem der Einbezug des Kontextes der Organisation sowie der stärkere Fokus auf die Verantwortung des oberen Managements. Der Aufbau der Norm ISO 45001 ist folgendermaßen untergliedert:

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen
  3. Begriffe
  4. Kontext der Organisation
  5. Führung und Beteiligung der Beschäftigten
  6. Planung
  7. Unterstützung
  8. Betrieb
  9. Bewertung der Leistung
  10. Verbesserung

Unsere 7 Schritte zur Zertifizierung nach ISO 45001 greifen die Inhalte der Norm auf und erklären wichtige Aspekte bei der Umsetzung.

10 wichtige Hinweise zum Aufbau eines SGAMS nach ISO 45001

Beachten Sie folgende Hinweise beim Aufbau eines SGAMS nach ISO 45001 und sparen Sie damit wertvolle Zeit und Ressourcen bei der Vorbereitung auf die ISO 45001 Zertifizierung.

1. Eindeutige Auftragsklärung

Soll ein komplett neues Managementsystem aufgebaut werden oder soll ein bereits bestehendes Managementsystem angepasst und weiterentwickelt werden? Wer trägt welche Verantwortung? Diese und weitere Fragen sollten noch vor der Planung unmissverständlich und detailliert mit der obersten Leitung der Organisation geklärt werden. Missverständnisse könnten die erfolgreiche Abwicklung stark gefährden.

2. Gute Ressourcenplanung

Notwendige Ressourcen [z.B. zeitlich, materiell oder Kompetenzressourcen] sollten unbedingt vorab bestimmt werden. Dabei ist es sinnvoll, einen Puffer von ungefähr 20% einzubeziehen. Wenn erst während der Umsetzung klar wird, dass eigentlich viel mehr Ressourcen benötigt werden, kann das zu großen Verzögerungen im Ablauf führen und die Zertifizierung nach ISO 45001 gefährden.

3. Sicherstellung ausreichender Kompetenzen

Besonders kritisch wird es, wenn das Umsetzungs-Team keine ausreichenden Kompetenzen für die [Weiter-] Entwicklung des SGAMS nach ISO 45001 besitzt. Das Kompetenz-Team sollte über soziale und methodische Kompetenzen – aber besonders auch über umfassendes Wissen zu den Inhalten der Norm ISO 45001, zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und natürlich auch zur Organisation und zur Branche verfügen. Gegebenenfalls fehlende Kompetenzen sollten vorab noch entwickelt werden.
In unseren verschiedenen Seminaren zur ISO 45001 bilden wir Sie gerne weiter.

4. Einbezug der wichtigsten Akteure im SGA

Neben den Kompetenzen des Umsetzungsteams werden auch die Kompetenzen wichtiger Akteure des SGA benötigt. Zum Beispiel Brandschutz-, Sicherheits-, Datenschutz- oder Gefahrstoffbeauftragte können ihre Kenntnisse und wertvolle Erfahrungen bei der Umsetzung eines Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nach ISO 45001 mit einbringen. Allerdings können diese sich natürlich nur dann einbringen, wenn sie auch über ihre Unterstützungsnotwendigkeiten informiert werden. Nutzen Sie also diese Chance und profitieren Sie vom umfangreichen Wissen der SGA-Akteure in Ihrer Organisation.

5. Kommunikation

Nicht nur wichtige SGA-Akteure sollten über den Aufbau des SGAMS nach ISO 45001 informiert werden. Das Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit lebt von der aktiven Beteiligung der Beschäftigten. Daher sollten alle Beschäftigten regelmäßig über die Inhalte und den Fortschritt des SGAMS informiert werden. Auf diese Weise wird die aktive Beteiligung der Beschäftigten gefördert, Verständnis generiert und Wissen zur genauen Anwendungsform vermittelt. Dabei sollten allerdings der Informationsinhalt und die Art der Kommunikation je nach Zielgruppe variieren.

6. Abklärung möglicher Risiken und Hindernisse

Risiken und Hindernisse können die Umsetzung des SGAMS und somit auch die ISO 45001 Zertifizierung maßgeblich verzögern oder gar gefährden. Zum Beispiel Konflikte mit Führungskräften oder Fachkräften für Arbeitssicherheit, aber auch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Abteilungen, können mögliche Risiken sein und die Umsetzung stark behindern. Einige Risiken und Hindernisse können bei vorheriger Abklärung jedoch direkt aus dem Weg geschafft werden. Damit wird ein reibungsloserer Ablauf bei der Umsetzung möglich. Eine Analyse möglicher Risiken und Hindernisse hilft außerdem dabei, schon von Beginn an einen passenden Zeitpuffer einzuplanen.

7. Aktive Unterstützer suchen

Bei der Umsetzung eines Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nach ISO 45001 zählt jede Form der Unterstützung. Mögliche Akteure, die von den Vorteilen einer ISO 45001 Zertifizierung profitieren können, sollten über diese aufgeklärt werden. Je mehr Personen hinter dem SGAMS stehen und dessen Umsetzung gerne aktiv unterstützen, desto besser. So kann der Aufbau des Managementsystems schneller voranschreiten und die Zertifizierung nach ISO 45001 rückt mit größeren Schritten näher.
Führungskräfte können beispielsweise von einem SGAMS nach ISO 45001 profitieren, da sie auf diese Weise mit weniger Erkrankungen und Verletzungen konfrontiert sein werden. Denken Sie aber noch weiter. Auch die Personalabteilung profitiert von einer ISO 45001 Zertifizierung. Das Zertifikat kann den positiven Eindruck der Organisation im Bewerbungsverfahren stärken.

8. Nutzung bereits bestehender Managementsysteme

Die High Level Structure der Norm ISO 45001 erleichtert das Zusammenspiel verschiedener Managementsysteme. Das SGAMS sollte sich also an bereits implementierten Managementsystemen – wie beispielsweise dem Qualitätsmanagement – orientieren und seitlich angebaut werden. So muss zum Beispiel die Qualitätspolitik durch die SGA-Politik ergänzt werden und Qualitätsziele müssen um die SGA-Ziele erweitert werden.

9. Bereits vorhandene SGA-Dokumente prüfen und nutzen

Um nicht unnötigerweise Ressourcen zu verschwenden, sollten bereits bestehende SGA-Dokumente genutzt werden. Einige relevante Dokumente sollten in jeder Organisation vorhanden sein. Diese müssen hinsichtlich ihrer Rechtskonformität und Aktualität geprüft werden und können nach der Einarbeitung ggf. notwendiger Änderungen in Prozesse, Strukturen und Abläufe des SGAMS integriert werden.

10. Erfolge feiern

Der Weg zur Zertifizierung nach ISO 45001 erfolgt Schritt für Schritt. Jeder erfolgreiche Schritt darf und sollte gefeiert und kommuniziert werden. Damit bekommen die an der Umsetzung des SGAMS beteiligten Personen zusätzliche Energie für weitere Schritte und möglichen Kritikern werden die Zweifel genommen.