Aktuelle Gesetzesänderungen Sicherheit und Gesundheit

Masernschutzgesetz – Übergangsfrist verlängert

 

Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen Kinder und Beschäftigte von Schulen und Kitas sowie Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen eine Impfung gegen Masern nachweisen. Die Übergangsfrist für die Nachweispflicht (Immunität, Impfung oder Kontraindikation) wurde nun bis 31.12.2021 verlängert (§ 20, Absatz 10 Infektionsschutzgesetz). Dies hat der Bundestag am 04.03.2021 beschlossen, Somit sollen die Organisationen wegen der andauernden Covid-19-Pandemie entlastet werden.

Verlängerung der Frist zum Nachweis des Masernschutzes | Öffentlicher Dienst | Haufe

 

Verlängerte Schulungszeiträume bei Ersthelfern

 

Aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit von Erste-Hilfe-Kursen durch die nach Bundesland variierenden Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird die Fortbildungsfrist vorübergehend auf 3 Jahre erweitert. Nach der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die Ersthelfer „in der Regel“ in Zeitabständen von zwei Jahren fortgebildet werden. Sollte die Fortbildungsfrist aufgrund der Absagen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie-Planung überschritten werden, lässt die Forderung insbesondere in der aktuellen Situation einen gewissen Handlungsspielraum offen. Trotzdem sollte auch bei langjährigen und erfahrenen Ersthelfenden die Fortbildungsfrist von 2,5 Jahren möglichst nicht überschritten werden.

BGHM: Ersthelferausbildung

 

Betriebliche Hygienekonzepte

 

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel beinhaltet einen neuen Paragraphen zu betrieblichen Hygienekonzepten. Der Arbeitgeber hat nun auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach § 2 Absatz 1 in einem Hygienekonzept die erforderlichen Maßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz festzulegen und umzusetzen. Das Konzept muss allen Beschäftigten zugänglich sein.

BMAS – SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Neueste Erkenntnisse über Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2

Das Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin gewann in einer aktuellen Studie folgende Ergebnisse bezüglich der Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel:

 

Auf Basis des Infektionsrisikomodells lassen sich situationsbedingte R-Werte für den gemeinsamen Aufenthalt in Innenräumen voraussagen.

Es wurden dabei verschiedene Innenräume miteinander verglichen und die Anzahl der neuinfizierten Personen durch eine bereits infizierte Person gegenübergestellt. Der situationsbedingte R-Wert in Kulturstätten fällt dabei geringer aus, als in z.B. Klassenzimmern oder Büroräumen.

 

Beispiel: Eine Person im Supermarkt mit Maske hat ein Risiko mit dem Wert  < 1. Das bedeutet, dass sich in dieser Situation maximal eine weitere Person anstecken wird. Im Vergleich dazu hat das Mehrpersonenbüro mit einer 50 % reduzierten Belegung, aber ohne das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz, einen Wert von 8. Das bedeutet, dass das Risiko in dieser Situation 8- mal höher ist als im Supermarkt.

In Zeiten von Corona ist daher das richtige Lüftungskonzept besonders wichtig, auch in der allgemein bekannten AHA + C + L Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske + CoronaApp + Lüften), wird das Lüften als Maßnahme extra erwähnt.

Wir beraten Sie gerne zu Ihrem individuellen Lüftungskonzept.

 

Ansprechpartner: Ilan Neidhardt, neidhardt@gesundheitsmanagement.com 

 

 

Quelle: DepositOnce: Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel – vergleichende Bewertung von Innenräumen hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes (tu-berlin.de)

Notwendiger Perspektivenwechsel für Arbeitsschutzakteure

Aufgrund der aktuell überall erkennbaren Veränderungen der Arbeitswelt durch die SARS-CoV-2-Pandemie, insbesondere der zunehmenden Verschiebung der Tätigkeit ins Homeoffice, verlagern sich die Gefahren und Herausforderungen bei der Arbeit – und damit sollten auch das Handlungsfeld und der Fokus der installierten Arbeitsschutzakteure dies tun.

Es treten neue, teilweise noch nicht wahrnehmbare, Gefahren im neuen Arbeitsalltag der Belegung in den Vordergrund, die sich aus der veränderten Arbeitsorganisation ergeben: Wo vorher ein höhenverstellbarer Stuhl und Tisch flächendeckend allen Mitarbeitern zur Verfügung stand, wissen viele Führungskräfte zum aktuellen Zeitpunkt nicht einmal, ob die Mitarbeiter bei der mobilen Arbeit aus dem Homeoffice einen Büroraum zur Verfügung haben oder von einem Barhocker am Esstisch aus arbeiten müssen. Während die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen noch eine negative Beeinträchtigung durch die Störung bei der Arbeit von Kolleg*innen ergeben hat, sind viele Mitarbeiter nun einer sozialen Isolation ausgesetzt – und wo Themen nicht vorankamen, weil ab 15:30 Uhr keine Beschäftigten mehr erreichbar waren, erhält man mittlerweile teilweise E-Mails jenseits der Primetime.

 

So viele Vorteile mobiles Arbeiten im Homeoffice auch mit sich bringt, dürfen die sich daraus ergebenden Gefährdungen nicht vernachlässigt werden – auch wenn diese häufig von den Mitarbeitern in Kauf genommen oder gar nicht wahrgenommen werden . Deshalb verschieben sich die Anforderungen an die Arbeitsschutzakteure und Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzte oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit sollten den Blickwinkel wechseln. Dabei müssen vor allem auch die Gefährdungen beachten werden, die teilweise nur unterschwellig oder mit einem guten zwischenmenschlichen Gefühl wahrgenommen werden können, um Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten in der veränderten Arbeitswelt weiterhin sicherzustellen.

 

Wichtig ist dabei auch, die bereits bestehenden Strukturen und Prioritäten des Arbeitsschutzes zu hinterfragen und mit der veränderten Arbeitssituation im Kopf kritisch zu prüfen. Während beispielsweise eine Arbeitszeiterfassung Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz einfach offenlegt, kann die Verschmelzung des privaten und beruflichen Alltags schnell zu einer Verletzung der vorgeschriebenen Ruhezeit führen. Wenn vorher die größten Gefährdungen für die Belegschaft in Gefahrstoffen oder Mängeln in Flucht- und Rettungswegen und der Brandschutzorganisation bestanden, sind diese vielleicht nicht weniger gefährlich geworden, könnten aber dennoch anders priorisiert werden. Der Grund ist, dass die Arbeitnehmer diesen schlichtweg in einer deutlich geringeren Häufigkeit ausgesetzt sind.

 

Mit ergonomischen und organisatorischen Gefährdungen verhält es sich in umgekehrter Richtung. Während diese Themen häufig wenig Gefahrenpotenzial bei der Arbeit im Betrieb aufwiesen, können Sie jetzt einen Hauptaspekt der Gefährdungsbeurteilung ausmachen. Um aus Arbeitsschutzsicht angemessen auf die aktuelle Situation reagieren zu können, hilft ein konsequenter Abgleich der aufgestellten Arbeitsschutzorganisation im Betrieb mit den rechtlichen Anforderungen, beispielsweise mit der von der IfG GmbH entwickelten MIAS-Compliance-Analyse.

 

Nebst der Überprüfung der Arbeitsschutzorganisation muss auch eine Kompetenzentwicklung bei den Akteuren stattfinden. „Wie kann ich unter den neuen Bedingungen weiterhin einen Beitrag zur Einhaltung des Arbeitsschutzes leisten?“ oder „Auf welche Anzeichen sollte ich beim Umgang mit Kolleg*innen achten?“ sind kritische und gute Fragen in dieser Hinsicht. Erst wer die neuen Herausforderungen und die dazugehörigen Lösungen kennt, kann adäquate Maßnahmen ergreifen und seinem betrieblichen Umfeld einen Mehrwert bringen.

 

Um Ihnen den Perspektivenwechsel zu erleichtern, bieten wir Impuls-Workshops zum Thema „Perspektivenwechsel für Arbeitsschutzakteure – Gesundheit auch im Homeoffice erhalten“ im Umfang von zwei Stunden an, in denen wir Ihnen elementares Wissen über Ergonomie und psychische Gesundheit mitgeben und gemeinsam mit Ihnen Lösungswege entwickeln dieses Wissen zu nutzen, um ein gesundheitsgerechtes Arbeiten der Mitarbeiter um Sie herum sicherzustellen – egal ob als Führungskraft, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Arbeitsmediziner*in, Sicherheitsbeauftragte*r oder aufmerksame*r Mitarbeiter*in. Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Unterweisung leicht gemacht!

Arbeitsschutz ohne Unterweisung – undenkbar. Mit Unterweisungen informieren und qualifizieren Sie Ihre Beschäftigten, sich im Unternehmen sicher und vor allem gesundheitsförderlich zu verhalten. Betrachten Sie die Unterweisung deshalb nicht nur als gesetzliche Pflicht, sondern auch als Chance, Ihre Beschäftigten in den betrieblichen Arbeitsschutz einzubinden.

Das ist gerade jetzt – wie wir alle wissen – eine große Herausforderung, da viele Arbeitnehmer/innen im Homeoffice sind, oder sich zumindest nicht zur gleichen Zeit an der Arbeitsstätte aufhalten. Trotzdem hat der Arbeitgeber auch in diesen Zeiten die Pflicht, seine Beschäftigten zu unterweisen.

Wir haben genau dafür die Onlineunterweisung entwickelt, die als Zusatz zur normalen Unterweisung zu sehen ist. Mit diesem Tool können Unternehmen ganz leicht und ohne viel Aufwand ihre Beschäftigten unterweisen. Diese müssen dafür nicht ins Unternehmen kommen, sondern können die Unterweisung örtlich flexibel, von jedem PC aus durchführen. Diese Form der Unterweisung ist natürlich bestens für Verwaltungsbetriebe mit Büroarbeitsplätzen geeignet.

Dabei stehen Ihnen 12 Module zu verschiedenen Arbeitsschutzthemen zur Verfügung. Zudem ist es möglich auch eigene Inhalte einzuspielen. Die Onlineunterweisung ist modern, digital und mit vielen interaktiven Elementen und Lernerfolgskontrollen realisiert worden, sodass Ihre Mitarbeiter/innen mit Spaß und Motivation über die Inhalte informiert werden.

Sie als Arbeitgeber bekommen mit der Onlineunterweisung auch ein sehr gutes Controlling-Instrument. Sie können jederzeit die Teilnahmen kontrollieren, an die Teilnahme erinnern und im Anschluss die Teilnahme auswerten.

 

Schauen Sie sich um auf unserer Homepage und kommen Sie bei Fragen und Anfragen jederzeit auf uns zu: onlineunterweisung

Nachholbedarf beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement

Eine BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 hat ergeben, dass ein erheblicher Nachholbedarf beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement herrscht. Lediglich 40% der Beschäftigten, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben ein Angebot zur betrieblichen Wiedereingliederung erhalten, wenn sie mehr als 6 Wochen im Jahr arbeitsunfähig waren.

Weiterlesen “Nachholbedarf beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement”

Auch darauf muss geachtet werden: Weniger bekannte Vorgaben der SARS-Cov-2-Arbeitsschutzregel

Seit dem Ausbruch der Pandemie sind inzwischen mehrere Regeln und Verordnungen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz rund um SARS-CoV-2 veröffentlicht worden, die letzte im Januar 2021. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird uns SARS-CoV-2, auch Aufgrund der hochansteckenden Mutationen aus England, Südafrika und Brasilien, noch über einen längeren Zeitraum begleiten.

Es ist daher wichtig, dass Sie effektive, effiziente und vor allem rechtskonforme (compliance) Arbeitsschutzkonzepte in Ihrem Unternehmen planen und umsetzen können. Viele Maßnahmen aus Ihrem Konzept sind sicherlich bereits umgesetzt worden, wie zum Beispiel…

  • Einhaltung des Mindestabstands von 1,5m
  • Tragen von medizinischen Gesichtsmasken oder FFP2-Masken
  • Angebot von Homeoffice

Bei der Umsetzung von so vielen Maßnahmen kommt es häufig vor das einige eher unbekannte Aspekte aus den Regeln und Verordnungen zum SARS-CoV-2-Arbeits- und Gesundheitsschutz vergessen werden, und erst dann aufgedeckt werden, wenn das Gewerbeaufsichtsamt zu Besuch war. Wussten Sie zum Beispiel, dass…

  • Ausgewiesen sein muss, wie viele Personen sich in Küchen und Aufenthaltsräumen aufhalten dürfen
  • Spülmaschinen im „Hygienemodus“ (Wassertemperatur über 70°C) betrieben werden müssen
  • Desinfektionsmittel inkl. Nutzungshinweis an allen Druckergeräten zur Verfügung stehen müssen
  • Eine Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung zum Thema mobilen Arbeiten (Homeoffice) erstellt bzw. durchgeführt werden muss

Damit Sie sich sicher sein können, alle Anforderungen der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregeln rechtskonform umgesetzt zu haben, haben wir von der IfG GmbH eine Checkliste mit allen Anforderungen, sowie eine Gefährdungsbeurteilung und eine (online-) Unterweisung zum mobilen Arbeiten für Sie erstellt.

Sollten Sie Interesse an unseren SARS-CoV-2-Tools haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

seibert@gesundheitsmanagement.com 

 

Checken Sie Ihre Gesetzeskonformität mit unsere Software MIAS® System: MIAS-Compliance-Software – IfG – Sicherheit + Gesundheit (gesundheitsmanagement.com)

Expertenwissen: Update ISO 45003 / DIN ISO 45001

Die Entwicklung der ISO 45003 schreitet voran. Nach den letzten Meetings im Dezember steht der DIS (Draft International Standard) kurz vor der Registrierung zur formellen Genehmigung. Der Inhalt ist nun näher an der DIN ISO 45001 und beinhaltet nicht nur Risiken, sondern auch Chancen im Bereich der psychischen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Allerdings blieb der Begriff „psychological health“ bestehen und nicht – wie in Deutschland übersetzt gebräuchlich – „mental health“.
Der Normenausschuss des Deutschen Instituts für Normung (DIN), in dem auch Dr. Christian Weigl sitzt, hat gegen den DIS 45003 abgestimmt, da es in Deutschland bereits einige Vorgaben zur psychischen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gibt, z.B. durch nationale Gesetze, wie das Arbeitsschutzgesetz, durch Verordnungen, wie die Arbeitsstättenverordnung, durch Leitlinien (GDA Richtlinie) und durch die DIN ISO 45001.
So wird es bei einer Veröffentlichung der ISO 45003 höchstwahrscheinlich keine deutsche Übersetzung geben.

Die DIN ISO 45001 wurde im März 2018 eingeführt und löste damit den bisherigen britischen Standard BS OHSAS 18001 „Occupational Health and Safety Assessment Series“ nach fünf-jähriger Entwicklungsphase ab. Der britischen Standard BS OHSAS 18001 läuft nun am 31.03.2021 aus – daher wird es also höchste Zeit auf die DIN ISO 45001 umzustellen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Umstellung, außerdem bilden wir interne Auditoren nach DIN ISO 45001 aus.

Hier erfahren Sie mehr und gelangen zur Anmeldung: https://www.gesundheitsmanagement.com/sicherheit/arbeitsschutzmanagement-iso-45001 

Arbeitsschutz 2021 – Diese gesetzlichen Änderungen sollten Sie kennen!

Auch 2021 hat es wieder einige gesetzliche Änderungen gegeben, die den Arbeitsschutz betreffen.

§21 Satz 1a des Arbeitsschutzgesetz besagt, dass bis 2026 5% der im Land vorhanden Betriebe von der Gewerbeaufsicht besichtigt werden müssen. Zum Vergleich: In Bayern müssten 27.500 Betriebe besichtigt werden, 2019 sind nur knapp die Hälfte erreicht worden. Ebenso müssen ab 2023 die Landesbehörden den zuständigen Unfallversicherungsträger folgende Daten in Bezug auf die Arbeitsschutzorganisation melden:

Bewertung der Arbeitsschutzorganisation einschließlich

  • der Unterweisung,
  • der arbeitsmedizinischen Vorsorge und
  • der Ersten Hilfe und sonstiger Notfallmaßnahmen

Bewertung der Gefährdungsbeurteilung einschließlich

  • der Ermittlung von Gefährdungen und Festlegung von Maßnahmen,
  • der Prüfung der Umsetzung der Maßnahmen und ihrer Wirksamkeit und
  • der Dokumentation der Gefährdungen und Maßnahmen

Eine weitere Änderung verzeichnet das Arbeitszeitgesetz. So besagt §17 Satz 4, dass die Aufsichtsbehörde auch andere Arbeitszeitnachweise oder Geschäftsunterlagen, die mittelbar oder unmittelbar Auskunft über die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes geben, verlangen kann.

Diese Änderungen bedeuten, dass der Kontrolldruck der Länder für die systematische Prüfung der Betriebe steigt und jeder Arbeitgeber die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes erkennen, umsetzen und sauber dokumentieren muss.

Auch das Fremdfirmenmanagement gewinnt an Bedeutung – So schreibt §22 Satz 1 vor (ArbSchG), dass der Arbeitgeber Informationen über die zu treffenden Maßnahmen schriftlich vorlegen muss, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Arbeitsplatz tätig werden.

Fazit: Der Kontrolldruck steigt. Aufgeschobene Themen im Arbeitsschutz sollten daher zeitnah abgearbeitet werden, um unangenehme Auseinandersetzungen mit der Gewerbeaufsicht zu vermeiden.

 

Beim Thema Berufskrankheitenrecht haben sich zum 1. Januar 2021 auch Neuerungen ergeben. Zum einen fällt der Unterlassungszwang weg. Das heißt, dass Mitarbeiter, bei denen der Verdacht auf eine Berufskrankheit besteht, nicht mehr gezwungen sind ihre Arbeit aufzugeben, um Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu bekommen.

Zusätzlich soll die Individualprävention ausgebaut werden, denn wenn bei einem Mitarbeiter der Verdacht auf eine beruflich bedingte Krankheit besteht, ist dieser ab jetzt verpflichtet, an individual-präventiven Maßnahmen der Berufsgenossenschaft teilzunehmen. Und zum anderen sollen Unfallversicherer nun mehr Daten erheben und Arbeitsplätze mit den jeweiligen Gefährdungen in einem Expositionskataster archivieren. Das ermöglicht eine bessere und längere Abrufbarkeit für potenzielle Auslöser von Berufskrankheiten an zentraler Stelle.

Die letzte Wichtige Änderung betrifft die Bestandsschutzregelung der Arbeitsstättenverordnung. Denn von 2004 bis 2016 wurde die Arbeitsstättenverordnung verschärft und alle Übergangsvorschriften zum Bestandsschutz sind Ende 2020 ausgelaufen. Somit müssen nun alle Betriebe die verschärften Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung umgesetzt haben, auch für alle ältere Arbeitsstätten.

 

Sollten Sie Fragen zu den gesetzlichen Änderungen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Wir unterstützen Sie – auch in der Beurteilung der Neuerungen zur Bestandsschutzregelung.

teichmann@gesundheitsmanagement.com

 

Und in diesem kostenlosen Info-Online-Seminar informieren wir Sie über unsere Software MIAS®-System, mit der Sie die gesetzlichen Vorgaben umsetzen können: Produktvorstellung MIAS (Moderner integrierter Arbeitsschutz) – IfG – Sicherheit + Gesundheit (gesundheitsmanagement.com)

Worauf es bei Compliance & Controlling beim Arbeitsschutz ankommt

Das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ist in allen Organisationen ein wichtiges Thema, zum einen weil es der Gesetzgeber vorschreibt und Gefahren verhindern soll, zum anderen, weil die Förderung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten und das Stärken der Ressourcen das oberste Ziel sein sollte.

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