Fallbearbeitung

Im Mittelpunkt steht hier die Freiwilligkeit der Teilnahme am BEM des/der betroffenen Mitarbeiter/in, ebenso wie der Datenschutz der gesundheitlichen und persönlichen Daten der betroffenen Person. Denn nur mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person kann ein BEM-Prozess initiiert werden. Zunächst erhält der/die BEM-Berechtigte ein Einladungsschreiben zu einem ersten Gespräch. In diesem Schreiben wird erklärt, was BEM ist, welche Ziele verfolgt werden und wie das BEM konkret im eigenen Unternehmen abläuft. Der/die BEM-Berechtigte kann die Einladung annehmen, kann diese aber genauso gut ablehnen, ohne dass er/sie negative Konsequenzen zu befürchten hat.

Wird die Einladung angenommen, so wird ein Gesprächstermin mit dem/der BEM-Berater/in vereinbart. In einem ersten Gespräch soll nochmal im Allgemeinen zum BEM informiert sowie offene Fragen geklärt werden. Wichtig dabei ist insbesondere der Hinweis auf den Datenschutz. Ohne eine schriftliche Zustimmung des/der BEM-Berechtigten dürfen keine Daten an Dritte weitergegeben werden. Weiterhin soll im Gespräch geklärt, wie eine bestehende Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden bzw. die Arbeitsfähigkeit erhalten oder sogar verbessert werden kann. Hierfür wird ein Vergleich der Anforderungen an den Arbeitsplatz sowie die eigenen Fähigkeiten oder vorliegenden Einschränkungen verglichen. Daraus können technische [z. B. Hebe- und Tragevorrichtungen], organisatorische [z. B. Veränderungen der Arbeitszeiten oder der Arbeitsinhalte] oder personelle Maßnahmen [z. B. Schulungen] abgeleitet werden.

Die definierten Maßnahmen müssen nun mit den entsprechenden Entscheidungsträgern diskutiert und bestenfalls umgesetzt werden. Zusätzliche Leistungen können durch verschiedene Sozialversicherungsträger ergänzt werden. Bei der Abstimmung und Zusammenarbeit mit allen internen und externen Akteuren können die BEM-Berater/innen ebenfalls unterstützen.

Im Rahmen einer Arbeitserprobung nach Umsetzung der besprochenen Maßnahmen kann eine Wirksamkeitskontrolle stattfinden. Zeigen die Maßnahmen keine Verbesserung, wird ein weiteres Gespräch stattfinden, inwiefern andere Maßnahmen möglich sind. Zeigen die Maßnahmen jedoch ihren Erfolg, so kann das BEM erfolgreich beendet werden.

Ein BEM ist dann beendet, wenn

  • Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden und ihre Wirkung gezeigt haben.
  • keine Maßnahmen notwendig sind.
  • keine weiteren Maßnahmen mehr möglich sind [alles ausgeschöpft].
  • der/die BEM-Berechtigte keine Motivation zur Mitwirkung hat.
  • der/die BEM-Berechtigte das BEM-Verfahren eigenständig beendet.
  • der/die BEM-Berechtige von vornherein ein BEM ablehnt.