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Verbot fluorhaltiger Schaumlöschmittel

Was ist aktuell das am häufigsten eingesetzte Löschmittel und wie funktioniert es?

 

Das am häufigsten eingesetzte Löschmittel für Brände der Brandklassen A (feste, glutbildende Stoffe) und Brandklasse B (flüssige oder flüssig werdende Stoffe) ist Schaum.

 

Schaumlöschmittel breiten sich über dem Brennstoff aus und bilden über der brennenden Oberfläche einen Film, der eine Entzündung der Dämpfe verhindert. Der Schaum sorgt dafür, dass der Brennstoff nicht mit Sauerstoff in Kontakt tritt, wodurch das Feuer erstickt wird. Außerdem bewirkt die kühlende Wirkung des Schaums, dass keine Rückentzündung der Brandstelle entsteht.

Trotzdem gibt es beim Schaumfeuerlöscher ein schwerwiegendes Problem: Er beinhaltet oft Fluorzusätze. Diese sind einerseits nur schwer biologisch abbaubar und damit belastend für die Umwelt und andererseits potenziell krebserregend für den Menschen.

 

Daher hat Deutschland bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) vorgeschlagen, Per- und Polyfluoralkylsubstanzen in Feuerlöschschäumen bis 2025 durch fluorfreie Alternativen zu ersetzen.

Zwar ist ein Verbot von Fluorzusätzen in Feuerlöschern noch nicht offiziell beschlossen, trotzdem sollte man sich bereits auf ein solches Szenario einstellen.

 

Derzeit sind Schaumlöscher mit Fluorzusätzen noch erlaubt. Die einfachste Lösung sich auf das kommende Verbot vorzubereiten ist, bei Neuanschaffung oder Wartung die fluorhaltigen Schaumlöscher durch Schaumlöscher mit fluorfreien Löschmittel zu ersetzen.

 

Alternative fluorfreie Feuerlöschmittel

 

Als Alternative zum Löschschaum würde sich für die Brandklasse A ein Feuerlöscher mit Effektiv-Salzlösung optimal anbieten. Dieser ist zum einen sehr leistungsstark und zudem fluorfrei, umweltfreundlich und biologisch gut abbaubar. Für brennende Feststoffe könnte auch ein Wasserlöscher zum Einsatz kommen, dieser besitzt allerdings, im Vergleich zu anderen Feuerlöscherarten, eine geringere Löschleistung und ist ausschließlich für die Brandklasse A geeignet.

 

Für die Brandklasse B könnte in besonders sensiblen Fällen auch zu einem CO2-Löscher gegriffen werden, dieser löscht ohne Einsatz von Fluor nahezu rückstandslos, ist nicht elektrisch leitend und zudem auch im Winter frostsicher. Eine Anschaffung sollte jedoch gut überlegt werden, da vor allem in engen, geschlossenen Räumen Erstickungsgefahr durch zu viel CO2 besteht. Zudem ist dieser nur für Brandklasse B geeignet. Ein CO2-Löscher eignet sich vor allem für elektrische Betriebsräume, Laboratorien und Serveranlagen. Auch ein ABC-Pulverlöscher ist eine durchaus sinnvolle, fluorfreie Alternative. Allerdings ist er durch die starke Verschmutzung nach dem Einsatz eher für Außenbereiche, Garagen, Heizungsanlagen oder z. B. die chemische Industrie zu empfehlen. Zudem ist bei dieser Feuerlöscherart zu beachten, dass das eingesetzte Pulver stark korrosiv wirkt und weitere Schäden verursachen kann.

 

Fazit

 

Ob fluorhaltige Bestandsfeuerlöscher technisch auf fluorfreie Varianten umgerüstet werden können, muss direkt von Hersteller beurteilt werden. Da fluorhaltige Schaumfeuerlöscher aktuell noch erlaubt sind und um Folgekosten für die Umrüstung bzw. den Austausch der fluorhaltigen Bestandsfeuerlöscher zu vermeiden, empfiehlt es sich bereits jetzt auf fluorfreie Alternativen zu setzen. Bei dem turnusmäßigen Löschmitteltausch, welcher alle 6 – 8 Jahre stattfindet, lohnt es sich bereits jetzt über eine fluorfreie Alternative nachzudenken, denn ein Verbot könnte bereits Ende 2024 in Kraft treten und die Übergangsfristen werden nicht allzu lange gewählt werden.

Feuer

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