Aufbau des Arbeitsschutzmanagementsystems

Stellen Sie sich vor…
… Sie sind gerade dabei ein Arbeitsschutzmanagementsystem aufzubauen und stellen dann fest, dass Sie als Einzelkämpfer an Ihre Grenzen kommen.

Was Sie beachten sollten bei Aufbau des Arbeitsschutzmanagementsystems :

  1. Einbeziehen der wichtigsten Akteure für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Nicht nur im Kompetenzteam, auch außerhalb wird Kompetenz gebraucht, um das Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGAMS) mit Leben zu füllen. So liefert das SGAMS-Kompetenzteam die Grundstruktur der Gefährdungsbeurteilung und der Beurteilung von Chancen. Führungskräfte, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte setzen sie um. In Absprache mit dem Betreibsarzt wird der Ablauf bzw. Prozess der arbeitsmedizinischen Vorsorge definiert. Die Umsetzung erfolgt über arbeitsmedizinisches Assistenzpersonal bzw. den Betriebsarzt selbst.

 

Das SGAMS braucht aber noch weitere Unterstützung von Gefahrstoff-, Brandschutz- oder Datenschutzbeauftragten und weiteren Akteuren. Wenn diese Personen mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen nicht einbezogen werden, werden noch mehr Ressourcen verbraucht. Oftmals fehlt Unterstützung aufgrund von Unkenntnis – die jeweiligen Akteure sind über die Aktivitäten und ihre Unterstützungsnotwendigkeit nicht informiert. Es ist notwendig, möglichst viele Beschäftigte und Akteure von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit im Vorfeld einzubinden, diese über Ziele, Ablauf und Inhalte detailliert zu informieren und Unterstützung einzuholen.

 

  1. Aufbau des Systems durch Information an alle Beteiligten und Beschäftigten

Das Aufbauen der Strukturen des SGAMS sind wichtige Schritte. Parallel dazu müssen im Vorfeld, wie oben dargestellt, regelmäßig Informationen an alle Beteiligten/Beschäftigten gegeben werden, um Verständnis zu generieren, Beteiligung zu fordern, Wissen über die Existenz und die genaue Anwendungsform zu erlangen, das Lernen bzgl. des SGAMS in der Organisation zu unterstützen und das SGAMS mit Leben zu füllen.

 

Regelmäßige Informationen für die Beteiligten/Beschäftigten bezüglich der Inhalte und des Fortschritts des SGAMS sind wichtig. Es muss jedoch genau überlegt werden, welche Zielgruppe zu welchen Themen wann und in welcher Form informiert wird.

Mit IfG Aufbau des Arbeitsschutzmanagementsystems ist sehr einfach!

Arbeitsschutzmanagementsystem

Stellen Sie sich vor… … Ihr Chef kommt zu Ihnen und teilt Ihnen mit, dass er bis nächstes Jahr ein Arbeitsschutzmanagementsystem in ihrer Organisation nach DIN ISO 45001 zertifiziert haben möchte.

Achten Sie bei der Implementierung eines Arbeitsschutzmanagementsystem nach DIN ISO 45001 insbesondere auf zwei Dinge:

 

Auftragsklärung

Mit der obersten Leitung ist detailliert abzuklären, wie der Auftrag genau lautet.
Gilt es, das bestehende Managementsystem eigenverantwortlich weiterzuentwickeln oder das Managementsystem neu aufzubauen?
Wer trägt die Teil- oder Hauptverantwortung?
Soll ein eigenes Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aufgebaut werden oder im IMS (integriertes Managementsystem) integriert werden?
Es kann sich hier um unterschiedliche Aufgabenstellungen handeln. Deshalb sollte detailliert als Auftrag formuliert werden, was zu tun ist. Die Aufgabenstellung ist eng mit den notwendigen Ressourcen verknüpft.

Klärung der Ressourcen

Sowohl die zeitlichen und materiellen Ressourcen als auch die Kompetenzressourcen sind im Vorfeld genau zu bestimmen. Es ist sinnvoll, einen Puffer von 20% einzubeziehen.
Viele machen den Fehler, sich unreflektiert in die Arbeit zu stürzen. Die Akteure sind motiviert, starten und stellen bald fest, dass zum einen die Kompetenz nicht ausreicht und zum anderen viel mehr zeitliche Ressourcen notwendig wären, um weiterzukommen.

 

Die Weiterentwicklung der DIN ISO 45001

Die Weiterentwicklung der DIN ISO 45001 Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Im März 2013 reichte die BSI (Brititsh Standards Institution) bei der ISO (International Organization for Standardization) einen Vorschlag zur Erarbeitung einer internationalen Arbeitsschutzmanagementnorm auf Basis der BS OHSAS 18001 ein. Im Juli 2013 wurde dieser Vorschlag von den ISO-Mitgliedern mehrheitlich angenommen. Deutschland enthielt sich zunächst, arbeitete dann aber intensiv an den Committee Drafts (CD) und den verschiedenen DIS (Draft International Standard) mit.

 

Am 12.03.2018 wurde die ISO 45001 veröffentlicht und lag einige Monate später als DIN ISO 45001 in deutscher Sprache vor. Seit dieser Zeit wird die DIN ISO 45001 mit einer dreijährigen Übergangsfrist auch nun definitiv angewendet. Der British Standard OHSAS 18001 wurde zurückgezogen. Eine Revision war für 2022 geplant, diese wird jedoch verschoben.

Aktuell arbeiten bei der ISO auch Mitglieder des deutschen Spiegelgremiums (unter anderem auch Dr. Christian Weigl) an der Überarbeitung bzw. Revision der DIN ISO 45001 mit.

 

Wir halten Sie mit weiteren Neuerungen, Informationen etc. gerne auf dem Laufenden.

Die Weiterentwicklung der DIN ISO 45001 Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ist mit IfG einfach!

Nutzen sie auch unsere Seminare zu den Themen

MIAS Bestandsanalyse

Mit der Software „MIAS® System – Controlling von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ bieten wir Ihnen die Möglichkeit, mit überschaubarem Aufwand eine digitale Bestandsanalyse Ihres Arbeitsschutzes durchzuführen.

Weitere Ziele hierbei sind das Prüfen der Rechtskonformität, die Ermittlung von Defiziten sowie die Erstellung der Planungsgrundlage für die Zukunft.

 

Der Ablauf der Bestandsanalyse stellt sich wie folgt dar:

In einem ersten Schritt sichten Sie zusammen mit einem Experten der IfG ihre Dokumente digital und punktuell. Im Anschluss erfolgt die Festlegung des Analysebereichs sowie die Selbstanalyse mit Hilfe einer Rating Checkliste. Sobald dies selbstständig durchgeführt wurde, werden Unklarheiten jedes Analysebereichs mit Ihrem Ansprechpartner bei IfG in einem weiteren digitalen Termin geklärt. Zum Schluss werden die Ergebnisse aufbereitet und das weitere Vorgehen in einer Abschlussbesprechung abgestimmt.

 

Die Bestandsanalyse kann von Unternehmen jeder Branche und unabhängig von der Art der Durchführung des Arbeitsschutzes genutzt werden, um den IST-Stand Ihres Arbeitsschutzes zu prüfen.

 

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Experteninterview: Erfahrungen und Austausch Gefährdungsbeurteilung Homeoffice-Arbeitsplätze

Anfang des Jahres haben wir mit der Winora Group die Gefährdungsbeurteilung der Homeoffice-Arbeitsplätze durchgeführt. Nach dem Ende des Projekts haben wir Herrn Hill, HR Director Central Europe, nach seinen Erfahrungen und Herausforderungen zum Thema Homeoffice befragt:

 

Hallo Herr Hill. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wir haben für Sie die Gefährdungsbeurteilung der Homeoffice-Arbeitsplätze bereits zu Beginn dieses Jahres durchgeführt. Welche Herausforderungen mussten Sie auch bereits davor schon meistern, um Ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen?

  • Hinsichtlich Arbeitssicherheit konnten wir zügig auf Arbeiten von Zuhause umstellen. Auf die Schnelle konnten wir natürlich nicht alle Arbeitsplätze überprüfen, hatten aber Vertrauen, dass die Mitarbeiter auch Zuhause ergonomisch arbeiten und sich an alle Regeln halten. Rein arbeitstechnisch hatten wir lediglich Probleme mit unserer Telefonanlage, die insbesondere in den Call Centern nicht auf Homeoffice ausgelegt war. Aber auch hier haben wir schnell eine technische Lösung gefunden.

 

Warum haben Sie sich bereits während der unsicheren Pandemie-Situation für die Beurteilung der Homeoffice-Arbeitsplätze entschieden?

  • Dass wir schnell auf Homeoffice umstellen konnten durfte natürlich nicht dazu führen, dass damit alles erledigt ist. Es blieb immer ein ungutes Gefühl, nichts über die genaue Arbeitssituation der Mitarbeiter zu wissen. Wir waren bestrebt, den Mitarbeitern auch im Homeoffice eine attraktiven und sicheren Arbeitsplatz zu bieten.

 

Wie gestaltete sich die Durchführung und Korrespondenz konkret?

  • Wir haben von der IfG GmbH  einen Fragebogen als Vorschlag erhalten, den wir gemeinsam hinsichtlich Abteilungen und besonderer Gefährdungen auf unsere Unternehmen angepasst haben. Nach Zurverfügungstellung einer Mitarbeiterliste mit E-Mail-Adresse erfolgte der Versand der Fragebögen ebenso wie regelmäßige Erinnerungen durch IfG. Als Auswertung erhielten zum einen unsere Mitarbeiter ein detailliertes Feedback – bei Gefährdungen einschließlich Vorschlägen zur Umsetzung. Zum anderen erhielten wir eine Übersicht, um ebenfalls die Abhilfe bei Gefährdungen nachhalten zu können.

 

Welchen Mehrwert sehen Sie in der Arbeit im Homeoffice und was unternehmen Sie als Arbeitgeber konkret, damit Ihre MitarbeiterInnen auf Basis der Gefährdungsbeurteilung auch in Zukunft sicher und gesund im Homeoffice arbeiten?

  • Mehrwert für unsere Mitarbeiter sind sicher Ersparnis von Zeit und Geld für den Arbeitsweg, die Möglichkeit der Beaufsichtigung von Kindern bei erneutem Homeschooling und teilweise auch ruhigeres Arbeiten ohne große Störungen. Wie gesagt haben wir die Abhilfe der Gefährdungen geprüft und werden sicher auch in gewissem Zeitabstand eine erneute Gefährdungsbeurteilung gemeinsam mit IfG durchführen.

 

Welchen zentralen Mehrwert hat die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung von Homeoffice-Arbeitsplätzen für Sie als Arbeitgeber?

  • Wir haben nun ein sichereres Gefühl für gute ergonomische Verhältnisse bei den Mitarbeitern. Wir wissen, welche Schwachpunkte regelmäßig vorkommen und können gerade auch bei neuen Mitarbeitern oder Mitarbeitern, die erstmals im Homeoffice arbeiten, entsprechende Hinweise geben.

 

Worin sehen Sie die zukünftigen Herausforderungen bei der Gewährleistung von Arbeitsschutz im Homeoffice?

  • Hier werden Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften sicher entsprechend der gesammelten Erfahrungen Gesetze und Vorschriften anpassen. Auch Fragen des Arbeitszeitgesetzes werden sicherlich immer wieder auftauchen, wenn sich zu Hause Arbeit mit Privatleben vermischt. Darauf werden wir dann flexibel reagieren

 

Vielen Dank für Ihre Antworten.

 

Wenn auch Sie nach einem externen Partner suchen, der Ihre Gefährdungsbeurteilungen zuverlässig durchführt, werden Sie bei uns fündig: Gefährdungsbeurteilung – IfG Sicherheit + Gesundheit. (gesundheitsmanagement.com)

Befragungsmüdigkeit bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen handhaben

Richtig genutzt sind Mitarbeiterbefragungen eine tolle Methode, um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter*innen beurteilen zu können oder Veränderungs-Prozesse zu evaluieren. Die mittlerweile sehr hohe Dichte an Befragungen zu verschiedenen Themen sorgt dafür, dass diese häufig nur von einem geringen Anteil an Beschäftigten ausgefüllt werden. Die dadurch geringere Datenqualität mindert in der Folge die Aussagekraft der Ergebnisse erheblich – was bei der Weiterarbeit deutlich mehr personelle Ressourcen auf Seiten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfordert, um zielgerichtete Maßnahmen ableiten zu können.

 

Betroffen ist davon häufig auch die gesetzlich geforderte Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GB Psyche).

 

Die Gestaltung dieser ist grundsätzlich offengehalten und kann auch in Form von Workshops oder Einzelinterviews durchgeführt werden. Um auch zu psychischen Belastungen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu ermöglichen, ist eine statistische und personenunabhängige Befragung ein gern gewähltes Mittel – und bei größeren oder komplexeren Organisationsstrukturen durchaus zu empfehlen.

 

Frei in der Gestaltung ist man nicht nur im Hinblick auf das Umsetzungsformat, sondern auch bei der Fragengestaltung – in der von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) veröffentlichten Leitlinie sind deshalb auch keine konkreten Fragen, sondern ist lediglich eine Themenliste enthalten, die im Rahmen der GB Psyche abgedeckt sein sollte.

 

Wie aber kann eine hohe Beteiligung der Mitarbeiter*innen erreicht werden, sodass möglichst repräsentative Ergebnisse ermittelt werden können? In dem das Thema von den Mitarbeiter*innen als keine zusätzliche Belastung, sondern als Chance wahrgenommen wird.

 

Führt Ihr Unternehmen bereits in regelmäßigen Abständen von den Mitarbeiter*innen akzeptierte und umfassend beantwortete Befragungen durch, ist ein sinnvoller Ansatz nicht die Schaffung einer weiteren Befragung, sondern die Nutzung einer bestehenden Befragung, um die im Rahmen der GB Psyche zu beurteilenden Themen abzufragen. Dazu müssen häufig nur Fragen umformuliert oder hinzugefügt werden – je nach Aufbau der Befragung in kleinerem oder größerem Umfang.

 

In einem halbstündigen, kostenlosen Info-Onlineseminar möchten wir Ihnen Erfahrungen aus der Beratungspraxis mit auf den Weg geben und Gestaltungsmöglichkeiten vorstellen, mit denen die GB Psyche auch in Ihrem Unternehmen ohne signifikanten Mehraufwand auf Seiten der Mitarbeiter*innen eine Plattform bekommt.

 

Melden Sie sich hier zum kostenlosen Info-Seminar an: Info Online-Seminar Befragungsmüdigkeit bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen handhaben – IfG Sicherheit + Gesundheit. (gesundheitsmanagement.com)

Neufassung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Da in vielen Lebensbereichen die Möglichkeiten für weitere Kontaktbeschränkungen und zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen weitgehend ausgeschöpft sind, sind zusätzliche und zeitlich befristete Maßnahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes unverzichtbar.

 

Es besteht also weiterhin die Notwendigkeit, wirksame und koordinierte Maßnahmen zur Sicherstellung eines ausreichenden Infektionsschutzes in der Arbeitswelt umzusetzen.

 

Mit den Ergänzungen und der Verlängerung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung gelten die grundlegenden Arbeitsschutzregeln bis einschließlich 24. November 2021. Inhaltlich neu ist das Thema Schutzimpfung:

  • Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen haben die Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Unterweisung über die Gesundheitsgefährdung bei der Erkrankung an COVID-19 aufzuklären und über die Möglichkeit einer Schutzimpfung zu informieren.
  • Gleichzeitig müssen sie den Beschäftigten ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen.
  • Außerdem sollen sie Betriebsärzte und Betriebsärztinnen bei betrieblichen Impfangeboten unterstützen.
  • Arbeitgebende können nun auch bei der Festlegung und der Umsetzung der Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes einen ihnen bekannten Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten berücksichtigen.

 

Ansonsten müssen die bestehenden Arbeitsschutzregeln, wie die Kontaktreduzierung, die Testangebotspflicht sowie die Verpflichtung zur Erstellung und Aktualisierung betrieblicher Hygienekonzepte in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung auch nach wie vor eingehalten werden. Weitere Infos lesen Sie hier: BMAS – Corona-Arbeitsschutzverordnung verlängert und ergänzt

Der Zusammenhang von BGM, rechtlichen Anforderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz und der DIN ISO 45001

Vielfach erscheinen die Organisationsstrukturen und Themenfelder des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der betrieblichen Gesundheitsförderung vom Arbeitsschutz gedanklich weit entfernt.

 

Ist dem wirklich so?

Was sagen uns die Regularien im Arbeits- und Gesundheitsschutz und welche Anforderung stellt die DIN ISO 45001?

 

Zunächst sollen die Begriffe Gesundheit, Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement definiert werden.

Gesundheit ist ja bekanntlich in Anlehnung an die Definition der WHO „der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“.

 

Gesundheit kann manchmal nur ein temporär kurzer Zustand sein, das weiß man aus eigener Erfahrung – trotzdem sollte man immer das Zusammenspiel betrachten. Also nicht nur die körperliche Dimension – wie die Schmerzen im Kniegelenk – sondern auch die psychische und psychosoziale Dimension, wie z.B. eine traurige Stimmung oder die Unsicherheit beim Vortragen vor einer Gruppe. Alle diese drei Dimensionen bedingen sich gegenseitig, sodass psychische Belastungen auch körperliche Beschwerden hervorrufen können.

Neben diesen Negativbeispielen gibt es aber auch positive, die Gesundheit unterstützende und fördernde Faktoren, die ebenfalls Einfluss aufeinander haben.

 

Das sind zum Beispiel Mobilisationsübungen für das schmerzende Kniegelenk, unterschiedliche Haltungen im Arbeitsalltag oder Mut zusprechende Worte der Kollegen bei einem Vortrag in einer neuen Arbeitsgruppe. Viele nennen das: gesundheitsförderliche oder präventive Maßnahmen.

Hafen meinte schon 2004, dass „reine Gesundheitsförderung nicht möglich sei“.

 

Gesundheitsförderung orientiert sich immer an krankmachenden Faktoren. Somit ist der Ansatz der Managementsysteme (auch der DIN ISO 45001), nicht nur Risiken, sondern auch Chancen zu betrachten, folgerichtig. Chancen werden dabei in der DIN ISO 45001 als Umstand, oder Reihe von Umständen definiert, die die Wirksamkeit von Prävention von Verletzungen und Erkrankungen und die Bereitstellung sicherer und gesundheitsgerechter Arbeitsplätze verbessern. Also auch hier gilt eine Orientierung an der Prävention.

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement definieren Weinreich und Weigl (2010) als planvolle Organisation mehr oder weniger komplexer betrieblicher Gesundheitsdienstleistungen zum Zweck der Erhaltung und zum Ausbau der Arbeitsbewältigungsfähigkeit der Mitarbeitenden.

Das bedeutet vor allem, dass Maßnahmen immer zweckdienlich und zielorientiert sein sollen, um die Arbeit zu bewältigen.

 

Die Bewältigung der Arbeit hat unterschiedliche Ebenen zu berücksichtigen. Die persönliche Ebene auch im Sinne der Leistungsvoraussetzungen, die Arbeitssystemebene, also den typischen Arbeitsplatz und die Ebene der Organisation. Genau an diesen Ebenen soll auch BGM mit seinen Maßnahmen ansetzen, und zwar immer zielorientiert und zweckdienlich.

 

Ein Management zumindest mit dem Gedanken des PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) wäre ja anders gar nicht möglich.

Maßnahmen, die ohne Ziel und ohne Zweck stattfinden, sind weder im BGM noch im Arbeits- und Gesundheitsschutz vorgesehen.

 

Vielmehr fordern verschiedene Regularien des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Maßnahmen in den drei oben aufgezeigten Ebenen, die durch folgenden Prozess entwickelt wurden:

  1. Diagnose oder Analyse
  2. Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen
  3. Umsetzung von Maßnahmen
  4. Folgende Wirksamkeitskontrolle

 

Folgende Regularien verlangen klassische BGM-Organisationsstrukturen und BGM-Themen und können in die 3 Ebenen eingeordnet werden:

Regularien
Man erkennt hier, dass in vielen klassischen Arbeitsschutz-Regularien BGM-Anforderungen enthalten sind. Die Frage, ob im Arbeitsschutz BGM steckt, kann mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden.

Die nächste Frage, die sich stellt, ist, ob denn auch Inhalte der DIN ISO 45001 BGM-Strukturen und BGM-Thematiken beinhalten. Dazu vergleichen wir erneut -orientiert an den 3 Ebenen – und erhalten folgende Tabelle.

Normkapitel
Auch die zweite gestellte Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden.

Denn BGM kann durch die Orientierung an den Anforderungen der DIN ISO 45001, genauso wie der klassische Arbeitsschutz noch strukturierter gestaltet werden.

Warum aber orientieren sich zu wenig BGM-Verantwortliche zumindest an den Arbeitsschutzregularien? Warum arbeiten Arbeitsschützer und BGM-Verantwortliche zu wenig zusammen? Und warum kennen und nutzen BGM-Verantwortliche die Anforderungen der DIN ISO 45001 nicht für ihre tägliche Praxis?

 

Die Antworten haben wir anonym erfragt und hier finden Sie die Auswertung: Auswertung Umfrage: Zusammenhang BGM und ISO 45001 – IfG Sicherheit + Gesundheit. (gesundheitsmanagement.com)

 

 

Möchten Sie schon heute ein Statement setzen und Arbeits- und Gesundheitsschutz kombinieren?
Bei uns finden Sie passgenaue Weiterbildungen:

 

Autor: Dr. Christian Weigl, weigl@gesundheitsmanagement.com